Samstag, 12. November 2005

Kunst erobert die Trotzburg DIE TROTZBURG

AUSSTELLUNG / Gautam, Anne Alsen, Ursula Limme und Annette Münch präsentieren erstmals gemeinsam ihre Werke. Das Quartett will auch für andere Künstler offen sein.

MOERS. Immer wieder gelingt es Sylvia Turban, über Gespräche mit Immobilienmaklern und Hausbesitzern den lokalen Künstlern Präsentationsmöglichkeiten in leerstehenden Ladenlokalen zu verschaffen. Ihre Initiative "2Art" sorgt nicht nur für ansprechende Blickfänge in Schaufenstern und neue Mieter, sondern fördert auch die Kommunikation zwischen den Kunstschaffenden. Mit der Initiative von Sylvia Turban und dem Entgegenkommen von Jürgen Dirksen soll jetzt auch neues Leben ins ehemalige Hotel an der Wilhelm-Schröder-Straße einkehren.

Werbung für die Porträtschule
Unter dem Titel "Kunst Trotz(t) Burg" zeigen dort am 26. und 27. November Gautam, Anne Alsen, Ursula Limme und Annette Münch eine Auswahl ihrer Werke. Der Bildhauer, Grafiker und Performance-Künstler Gautam möchte die Schau nutzen, um für seine Porträtschule zu werben. Dazu stellt der Schöpfer des Römerbrunnens in Asberg einige Beispiele vor. "Ich male aus Lust und Leidenschaft", stellt Anne Alsen fest. Die Autodidaktin gestaltet spontan aus dem Bauch heraus und schwelgt derzeit in den Farben Rot und Gelb. Ihre abstrakten Bilder scheinen von der afrikanischen Kunst beeinflusst.

Mit Farben und unterschiedlichen Materialien experimentiert Ursula Limme, die Kunst und Germanistik studierte und sich inzwischen als Künstlerin selbstständig gemacht hat. Auftraggebern empfiehlt sie sich mit Landschafts- und Porträtmalerei. Ansonsten hat sie einen Kurs zur Abstraktion hin eingeschlagen. Sehr dekorativ sind die Acryl-Collagen, die Annette Münch schafft. Über Tuschezeichnungen und andere Arbeiten hat die gelernte Goldschmiedin, die auch Malkurse in Bochum gibt, zu ihrer künstlerischen Handschrift gefunden.

Wiederbelebung der Kunstetage?

Ursula Limme verdeutlicht, dass über die Ausstellung in der Trotzburg hinaus auch eine weitere Zusammenarbeit des kreativen Quartetts möglich sei. Aber eine feste Vierergruppe möchte man nicht bilden, sondern will auch für andere offen sein.

Und Sylvia Turban hofft gar auf die Wiederbelebung einer "Kunstetage", wie sie 1999 schon einmal an der Bankstraße in Moers existiert habe. Turban erinnerte daran, dass sich seinerzeit rund 50 Künstler an dieser Einrichtung beteiligten, die eigentlich als langfristiges Projekt gedacht war. Doch mangelnde finanzielle Unterstützung durch die Stadt habe damals dazu geführt, dass diese "Kunstetage", in der auch Workshops für Kinder angeboten wurden, schon nach drei Monaten wieder begraben werden musste.

SPD-Bundestagsabgeordneter Siegmund Ehrmann wird die Ausstellung in der Trotzburg am 26. November um 18 Uhr eröffnen. Am 27. November sind die Pforten des ehemaligen Hotels bereits ab 11 Uhr geöffnet.Weit über 100 Jahre hat das ehemalige "Hotel zur Trotzburg" auf dem Gemäuer. Ursprünglich war es auch Postkutschen-Station, an der die Kutscher gerne einen Stopp einlegten, um ihre Pferde mit Heu und sich selbst mit einem kühlen Bier zu versorgen. Zuletzt leitete Jürgen Dirksen das Hotel, der im Haus in der dritten Generation tätig war. Seit April waren die großen Räumlichkeiten ungenutzt. Zurzeit ist Dirksen auf der Suche nach einem Mieter für den ehemaligen gastronomischen Bereich. Damit wieder Leben in diesen Bereich einkehrt, stellte er die Räumlichkeiten unentgeltlich für Ausstellungen zur Verfügung.

11.11.2005 ULRICH ERNENPUTSCH
zur Stefanie